Geocaching in Dänemark – Licht und Schatten

Nach einer langen Abstinenz melde ich mich nun endlich in meinem Blog zurück! Von nunmehr einer Woche war ich für einen einwöchigen Urlaub in Dänemark. Das Ferienhaus war in Küstenort Lönstrup ziemlich weit im Norden in Nordjütland.

Im Vorfeld habe ich mich schon etwas mit den Caches der Region beschäftigt. Die Cachedichte ist insgesamt nicht so wahrsinnig hoch, jedoch ist das Bild der Cachetypen hauptsächlich von Tradis geprägt.

Ich habe versucht im Voraus einige umliegende Mystery-Caches zu lösen, bin jedoch leider (trotz Google-Übersetzer) an meinen mangelnden Dänischkenntnissen gescheitert.

Vor Ort galt es dann den Tradis auf die Pelle zu rücken. Was mich gefreut hat war, dass viele Listings mindestens zweisprachig (Dänisch und Englisch) und manchmal auch dreisprachig (+ Deutsch) waren. Das hat mir wieder in Erinnerung gerufen, dass es doch für die eigenen Caches eine schöne Sache wäre eine englische Textversion anzubieten. Jedoch ist die Frage, wie (Cache-)touristisch meine Homezone wirklich im Vergleich zur Urlaubsregion Dänemark ist!?! Nett wäre es auf jeden Fall, sodass ich zumindest den guten Vorsatz habe, die nächsten Caches (die noch nicht konkret geplant sind) auch in englischer Sprache herauszubringen.

Für Tradis war es (außer für Hints) kein großes Problem, wenn die Listings nur auf Dänisch verfügbar waren. Jedoch bin ich vor Multis zurückgeschreckt.

Nun zu den Caches selbst:

Ich bin eigentlich kein großer Fan von Earthcaches, da ich nicht so begeistert vom Hochladen von Fotos im Log bin. Im Urlaub habe ich jedoch 3 Earthcaches gemacht und muss zugeben, dass es Locations gibt, die einen Cache “verdienen” und an denen es quasi unmöglich ist eine Dose zu verstecken. Zudem ist es vor allem im Ausland klasse, wenn einem besondere geologische Locations durch Earthcaches gezeigt werden! So hat mich die Rubjerg Knude, eine Wanderdüne, die einen Leuchturm verschüttet hat, sehr beeindruckt und begeistert (http://coord.info/GC21NAG und http://coord.info/GC2177K). Zudem ist mein nördlichster Cache nun der Earthcache am “Grenen”, der Sandbank, an der Nord- und Ostsee aufeinandertreffen (http://coord.info/GC1BJ4E).

Was ich während des Urlaub zum ersten Mal bewusst erlebt habe, waren Caches, die von öffentlichen Stellen für Touristen oder als Teil von Bildungsveranstaltungen gelegt wurden. Meine Erfahrung mit diesen Caches ist gespalten. Das Beispiel der Vennebjerg Mölle (http://coord.info/GC2TJAW) ist eine der positiven Erfahrungen. Hier wird man zu einer schönen, historischen Mühle geführt und findet einen von offizieller Seite “genehmigten” Cache, der aus diesem Grund auch mal mehr als ein Micro ist – schön! Dem gegenüber stehen jedoch diverse Cache, die meiner Meinung nach einfach nur (von offiziellen Stellen!!!) in die Dünen geworfen wurden – Dünen bieten im Gegensatz zu Waldstücken meiner Meinung nach KEINE Cacheverstecke, wenn man die Dose nicht verbuddeln will! Einige Beispiele: http://coord.info/GC25KE7, http://coord.info/GC25KC9, http://coord.info/GC2TX2K

Vielleicht habe ich bei diesen Caches auch das Konzept nicht verstanden, aber ich habe trotz längerer Suche zwischen Dünengras und Sand nichts gefunden.

Ein anderes Negativ-Highlight war die Tornby Klit Plantage. In den Küstenregionen wird in Dänemark durch Aufforstung versucht Erosion zu verhindern, wodurch kleinere und größere Waldstücke entstehen – ein Eldorado für Geocacher?!?! Natürlich werden diese Wäldchen gleich mit Caches vollgemacht… Auch ich habe mich dazu hinreißen lassen, da es nach einer schönen Gegend für einen längeren Spaziergang mit ein paar Caches aussaht und ich nicht auf Powertrails stehe (z.B. in Blokhus http://coord.info/GC32FKK). An einem recht windigen Tag war es im Schutz des Waldes tatsächlich recht angenehm, jedoch empfand ich die Caches als Katastrophe. Von 7 angelaufenen Caches habe ich einen finden könne! Es gab an den Koordinaten endweder kein Versteck oder 1000 Versteckmöglichkeiten. Immer musste man 30-40 m den Weg verlassen und damit automatisch die Pflanzen zertrampeln. An einigen der Caches habe ich mich über die vielen Found-logs gewundert, denn eine “regular”-Dose sollte man doch finden können, wenn schon knapp 300 Leute vor einem dort gewesen sind?! Vielleicht habe ich mich auch hier zu blöd angestellt, aber ich hatte nach diesem Erlebnis eindeutig genug von dem Wald ;-) da lob ich mir klassisches “artificially stacked wood”…

Eine interessante Hinterlassenschaft aus dem zweiten Weltkrieg sind die Bunker des ehemaligen Atlantikwalls. Zwar sind die Bunker heute nurnoch leere Klötze aus Beton – trotzdem sind sie irgendwie faszinierend. Leider gibt es an der Küste von Lönstrup “nur” einen Bunker, der auch noch zugemacht ist… zudem sind die Bunker auch nicht mit Caches bestückt, wie sie es wahrschein in Deutschland wären – aber der Vorteil zu anderen Lost Places wäre, dass man nicht viel kaputt machen kann. Einen Multicache hätte es im Bunkermuseum von Hirtshals gegeben (http://coord.info/GC2X5KN), leider war dieser während meines Urlaubs disabled.

Ich habe in der einen Woche in Dänemark 16 Caches geloggt, was dafür, dass ich mit Nichtcachern unterwegs war, ganz in Ordnung ist. Ich habe meine Abneigung gegen Earthcaches etwas revidiert und meine Cachestatistik etwas durch Tradi-Caching vermurkst ;-)

2 comments

  1. Fiete says:

    Genau so wie du haben wir Caching in Lonstrup vor 2 Jahren auch empfunden.Wir haben in den 2 Wochen ca 30 Caches gefunden, von denen jetzt schon 1/3 disabled ist. In der 2. Woche hatten wir schon keine Lust mehr auf Tradis, keine 50 m von der Strasse irgendwo im Gestrüpp oder hinter/in einer Düne. In den folgenden Urlauben in den Dänemark haben wir uns die Caches im Vorfeld gezielt ausgesucht und andere Dosen nach negativen Logeinträgen erst garnicht beachtet.

  2. GPSTommi says:

    Wer nicht ganz in den Norden Dänemarks möchte findet zwischen Aabenraa (kurz hinter der deutschen Grenze) und Haderslev eine ganze Reihe von “Bunkercaches”. Hier findet man nicht nur spannende Locations sondern auch abgelegene Stellen in schöner Natur. Wir sind in 2011 da gewesen. Uns hat auch die Runde durch den “Lindet Skov” (10 Tradis + Bonus), ca. 33km westlich von Haderslev gut gefallen.
    Viele Grüß, GPSTommi

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*