Kleine Statistikspielerei oder gute Caches – schlechte Caches

Nach tatsächlichen 33 Tagen unfreiwilliger Cacheabstinenz, übrigens die längste cachefreie Zeit, seit ich mit dem Geocaching angefangen habe, habe ich den wohlverdienten Weihnachtsurlaub in Niedersachen dazu genutzt “die andere Homezone” mal ein bisschen zu säubern. Dabei ist mir mal wieder der Unterschied in der “Cache-Qualität” im Vergleich zu Tübingen aufgefallen. Ich wollte schon lange mal mit lustigen Zahlen diesbezüglich herumwerfen und nutze endlich mal die Gelegenheit das zu tun. Zudem möchte ich die Caches “Lost in Gadesbünden” und “NC – Nightflight” empfehlen.

Mein subjektiver Eindruck war zunächst davon geprägt, dass es im Landkreis Nienburg/Weser ziemlich viele abgefahrene T5 Caches gibt. Unter diesen sind 30 m hohe Funkmasten, morsche, vom Sprecht durchlöcherte Bäume und auch Paddel- und Tauchcaches. Grade die “Klettercaches” sind mir immer ein Dorn im Auge, da ich weder Klettererfahrung noch -ausrüstung besitze und diese Caches für mich somit immer rausfallen.

Ich habe mir also ein paar Zahlen von Geocaching.com ausspucken lassen, die ich solange verdreht habe, bis sie zu meiner Wahrnehmung passten ;-)

Die Terrain-Wertung:

Bei der Betrachung der Caches in meiner alternativen Homezome, dem Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen, sticht deutlich heraus, dass es insgesamt eine geringere Cachedichte gibt. Ich habe die Test Pocket Queries im 10 km Umkreis von Nienburg/Weser und meiner Homezone Tübingen gelegt. In der Region um Nienburg liegen “nur” 200 Caches, wohingegen Tübingen cachemäßig quasi aus allen Nähten platzt und 539 Caches beherbergt.

15% der Caches im Landkreis Nienburg/Weser sind unter T1 gelistet, dafür gibt es jedoch 12% T4,5 und T5 Caches.

Tatsächlich gibt es in der Tübinger Umgebung nur 29 Caches > T4,5 (6%) bei einer deulich höheren Cachedichte von knapp 540 Caches im 10 km Umkreis. Auch ist der Anteil der T1-Caches hier geringer (11%).

Natürlich ist die T-Wertung nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal, zumal nicht immer korrekt zugeordnet.

Die Schwierigkeitswertung:

Nach der Betrachtung der T-Wertung, habe ich auch einen Blick auf die D-Wertung der Caches geworfen. Zu meiner Überraschung fällt hierbei die Tendenz viel deutlicher aus als bei der T-Wertung. 66% der Caches in und um Nienburg sind als D1 oder D1,5 gelistet! Nur 23% der Caches sind als D2-D3,5 eingestellt worden und 12% entfallen auf D4-D5.

Ganz anders ist es in Tübingen. Hier liegen über 50% der Caches als D2-D3,5 vor. Der Anteil der D1-1,5 Caches ist deutlich geringer als in Nienburg.

Insgesamt fiel mir beim durch die Gegend Cachen in Nienburg auf, dass es wahnsinnig viele D1/T1-Tradis gibt, die mehr als leicht zu finden sind und oftmals (nicht immer) relativ lieblos in die Landschaft geworfen wurden. Neben diesen “Einsteigercaches” gibt es dann hauptsächlich das andere Extrem D4-5/T4-5 – die “goldene Mitte” ist sehr schwach besetzt. Ein gutes Beispiel für ersteren Fall ist ein kleiner Powertrail Fitness Cache, der wahnsinnig oft geloggt wird (o.O)…

Man kann sich natürlich in diesen Statistiken verlieren und meine Finger zucken schon wieder über dem PQ-Button um auszuwerten, wie die Anteile der Tradis, Multis, Mysteries,… sind, aber ich höre hier wohl erstmal auf ;-)

Cache-Empfehlungen:

Multistage-Caches sind sehr rar, dafür aber meistens schön ausgearbeitet. Hier möchte ich 2 Caches, die ich vor kurzem gemacht habe, empfehlen:

NC – Nightflight ist ein toller, anspruchsvoller Nachtcache in Verden/Aller. Die Stationen sind toll versteckt und die Owner haben sich tolle Aufgaben einfallen lassen. Fast bis zum Schluss weiß man nicht, woraufs hinausläuft.

Lost in Gadesbünden ist ein Multistage-Cache im kleinen Dorf Gadesbünden. Hier hat mir die Umsetzung der Idee und besonders das Einbinden “moderer Technik” sehr gut gefallen! Zudem war es für mich eine ganz neue Erfahrung einen Cache unter permanentem Zeitdruck zu absolvieren ;-)

One comment

  1. Bongo Bong says:

    Womit man sich so beschäftigen kann…da bin ich auch noch nicht drauf gekommen, die Caches so auszuwerten..respekt! ;)
    Allerdings hingt der Vergleich wohl etwas, da Tübingen ungefähr drei mal soviele Einwohner hat, wie Nienburg. Aber eben auch drei mal soviele Caches. Also man kann sagen, pro 30000 Einwohner gibt es 200 Caches^^
    Ich glaube, im Norddeutschen Flachland gibt es eben nur zwei Sorten von Cachern, Anfänger, die mal eben schnell n ersten eigenen Tradi legen und Profis die sich einen eigenen T5er legen. Die goldene Mitte fehlt.
    Ich bin auch kein Freund von einfach so in die Gegend geworfenen Caches, T5er fallen für mich auch (noch) raus, aber damit hab ich kein Problem. Mit der Zeit wird sich aber auch hier eine Mittelschicht bilden…hoffe ich mal^^

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