Gastartikel: Cachen in Berlin

Heute gibt es einen kurzen Erfahrungsbericht von reinesCapsaicin, die 6 Wochen in der Stadt mit der höchsten Cachedichte1 verbracht hat – ein Traum für jeden Cacher!??!

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Cachen in Berlin – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Meine GCGA – Geocaching-Grundausbildung führte mich für einige Wochen nach Berlin. In der Zeit hab ich 89 Geocaches gefunden und einige mehr gesucht. Andere hätten in der gleichen Zeit locker 600 gemacht, aber bei weniger als 500 Funden meinerseits ist das insgesamt doch ein beträchtlicher Prozentsatz. Unnötig zu sagen, dass ich viele D1/T1 Filmdosen unter Bänken hervorgekramt habe – es ist halt schwer an einem kleinen grünen Pünktchen auf der Karte vorbei zu gehen, wenn drunter „78 m“ steht. Ganz alleine ohne mein bewährtes Cacheteam hab ich auf vieles verzichtet: Die hochgelobten LPs im Berliner Umland oder die tatsächlich vorhandenen Nachtcaches mitten im Tiergarten.

Was sind die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten, so wie ich sie erlebt habe?

Sicher: Auch in Berlin sucht und findet man Dosen. Keine Überraschung, dass es mehr Nanos und Micros gibt. Ein einfacher Blick auf die Karte zeigt auch einen sehr hohen Mysteryanteil, der von mir nur sehr unzureichend angegangen wurde. Darüberhinaus gibt es aber scheinbar regionale Unterschiede, die nicht unbedingt nur durch den Großstadtaspekt bedingt sind.

  1. Der mysteriöse Erlebnisraum

In Berlin spricht man im Bezug auf das Geocachen gerne mal vom „Erlebnisraum“. Das ist in etwa der Bereich in dem man sucht. Ganz gängige Formulierungen sowohl im Listing als auch in den Logs sind etwa „Im Erlebnisraum angekommen solltet ihr etwas Großes suchen“ oder „Nach der Peilung in den Erlebnisraum begann vor Ort die langwierige Suche“.

Beispiele finden sich sowohl für Cachebeschreibungen (z.B. GC32TZP, GC2B7RB) als auch für Logs (z.B. GL4586NF, GLVXG0J)

  1. Vermischung von Mysterys/Multis/Tradis

Die Trennung zwischen Mystery und Multi bzw. Tradi ist oft nicht so klar, wie sie mir immer schien. Es gibt Tradis mit Rechercheaufwand: GC22J9D, einen Nachtmulti als Mystery getarnt GC1XV23 (die für mich nachvollziehbare Wahl wäre eher das Attribut “field puzzle” gewesen). Kurzmultis mit einem sehr begrenzten Suchaspekt als Mystery getarnt: GC2MP4E. Aber es geht auch genau anders herum: Ein  anspruchsvoller Recherchemulti, dem die Einstufung als Mystery auch nicht geschadet hätte: GC1TCX8

Und auch die Trennung zwischen Multi und Tradi scheint zu verschwimmen… Der Begriff “Kurzmulti” trifft hier kaum zu, selbst „Nano“multi ist fast zu viel: GC18WB6

  1. Doppelt Logbare Caches

Vereinfacht gesagt spart man sich hier den Bonus auszuklammern und in einen eigenen Cache zu verwandeln. Das spart Platz auf der Karte – sicher auch insbesondere auf der Karte der Reviewer, wobei das ja etwas von den Angaben im Listing abhängt. ;-)

Das gibt es sowohl als Zwischenstopp bei einem langen Multi, wie bei GC15ZVC (“Caching Spree” – was für ein übertrieben cooler Name!), als Bonuscache ohne extra Dose, wie bei GC2DXXZ oder als Bonuscache mit vorheriger „Stage“, wei bei GC1N4RP.

  1. Kaum DNF-Logs

Auch wer sich die Finger blutig gesucht hat und erst nach Stunden traurig nach Hause gegangen ist scheut sich oft einen DNF zu loggen – ging auch mir so. Naturgemäß kann man dafür keine Beispiele bringen.

  1. Caches mit Zweitdose als Redundanz

Ja, in einer Großstadt interessiert es eigentlich nie jemanden was man da an der Hausecke oder im Gebüsch macht. Keine schwäbischen Hausfrauen, die im Zweifelsfall erstmal intensiv gucken, eventuell fragen oder gleich die Polizei holen. Trotzdem kommt auch hier mal was weg. Damit niemand ungeloggt nach Hause muss, also gleich eine zweite Dose nebenan legen: GC1XF4Z und GC11NE5.

Und sonst? Der Berliner Owner hat sich mit dem etwas anderen Muggelverhalten arrangiert und so seine Lösungen gefunden. Teilweise bedingt durch Caches aus der Anfangszeit des Geocaching in Deutschland, teilweise bedingt durch den Platzmangel einer Großstadt haben sich überraschende Cacheeinstufungen oder Logbedingungen ergeben.

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1: Cachedichte in Berlin: 2,77 Caches/km² Quelle: wikipedia.de http://de.wikipedia.org/wiki/Geocaching

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