Die Strickleiter – Ein Bastelprojekt

Irgendwie kommt es dann doch dazu, dass man von den T1/D1-Caches über die mittlere Schwierigkeitsklasse zu den Caches mit mehr Material und Hilfsmittelaufwand kommt.

Im konkreten Fall hieß es in der Cachebeschreibung eines Mystery-Multis, dass man eine Steighilfe mitbringen sollte. Da wir keine große Klettererfahrung haben, fehlte es uns komplett an Material! So haben wir uns zunächst einmal für den Selbstbau einer Strickleiter entschieden. Im Folgenden gebe ich euch eine kurze Bauanleitung für das eigene Projekt!

Nach unserem Dafürhalten sollte die Strickleiter möglichst leicht bei hoher Stabilität sein, damit sie nicht zu schwer im Cacherucksack wiegt :-)

Die Leiter sollte eine Gesamtlänge von 5 m bekommen, daher haben wir mal das 3fache der Endlänge an Seil gekauft. Wir sich beim Basteln heraustellte, war das etwas zu knapp kalkuliert, sodass wir auf eine Länge von knapp 4 m gekommen sind.

Material:

  • 15 m Reepschnur (Baumarkt): 8 mm, 260 kg Tragkraft, 1,65 € pro m
  • 2 m Alu-Vierkantrohr 15mm: 1 mm stark, 6,50 € für 2 m
  • 2 m Gewebegartenschlauch: 1/2”, 1,15 € pro m
  • HMS Karabiner EVO von Austria Alpin mit Schraubverschluss für 11 €

Die Sprossen haben eine Breite von 30 cm, auf die das Alu-Rohr und der Schlauch zugeschnitten wurden. Diese Breite habe ich gewählt, um auch mal mit beiden Füßen in dicken Wanderstiefel auf einer (Alu-)Sprosse stehen zu können. Das Alurohr haben wir mit einem Dremel an den scharfen Kanten abgeschliffen, damit uns das Seil nicht kaputt geht.

Durch die einzelnen Sprossen wurde die Reepschnur von rechts und von links einmal durchgezogen und mit einem normalen “Haushaltsknoten” verknotet.

Es wurden alternierend Alu- und Schlauchsprossen eingesetzt. Als Abstand zwischen den Sprossen haben wir 40 cm gewählt.

Um die Reepschnur durch die Sprossen zu ziehen haben wir durch das eine Ende von Seil einen Blumendraht gezogen, der länger als die jeweilige Sprosse war. Diesen kann man dann ganz gut nutzen, um die Seilenden aneinandervorbei durch die Sprosse zu ziehen. Grade beim Schlauch ist es sonst nicht möglich das Seil am anderen vorbeizubekommen ohne sich die Finger zu brechen ;-)

Es wurden insgesamt 9 Sprossen verbaut, wir hatten eigentlich mit mehr gerechnet und daher das Material großzügiger eingekauft, sodass wir jetzt 3 Sprossen übrig haben. Zudem haben wir etwas mehr Schlauch gekauft, um für die Seilstellen, die möglichweise über eine Kante hängen, einen Schutz zu basteln.

Im ersten Praxistest hat sich die Leiter sehr gut schlagen. Sie war stabil, es gab keine Probleme mit verrutschenden Sprossen oder Knoten. Allerdings überlege ich grade noch an einer Art Abstandshalter herum, der die Leiter von einer Wand abhält und damit verhindert, dass man sich die Finger einklemmt.

Insgesamt wiegt die Leiter 1,1 kg, ist also echt federleicht! Man kann durchaus drüber nachdenken alle Sprossen aus Alu zu machen, um dann eine noch größere Stabilität zu erreichen. Insgesamt hat die Leiter ca. 35 € + Karabiner gekostet.

Ich bin gespannt wie sich die Leiter im Einsatz am Baum und anderen Locations schlagen wird! Bald gibt es hoffentlich auch ein Einsatzfoto!

Viel Spaß beim Bauen und Klettern!

2 comments

  1. [...] Stickleiter ist nun schon etwa 4 Monate in Betrieb – Zeit für einen kurzen Erfahrungsbericht. Leider [...]

  2. Stefan says:

    Hallo Miriam,
    ich habe mir Dank deiner Anleitung zwei fünf Meter Leitern gebaut,die man auch mittels Karabiner verlängern kann.
    Allerdings befürchte ich,dass ich die Alu-stufen doch gegen etwas stabileres austauschen muss, da mir im Erstversuch durch die Reepschnur einige Sprossen an der Seite regelrecht aufgerissen wurden.Also für freies klettern so nicht geeignet ist.
    Wie hast Du das Problem lösen können?

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